Vorwort des Ersten Bürgermeisters der Stadt Ludwigsburg


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es gibt Orte, an denen sich Menschen treffen, gemeinsam lernen, miteinander diskutieren und lokale Vielfalt leben. Da wird das Leben bisweilen zur Kunst, zur Lebenskunst, zur Convivialité, wie unsere französischen Nachbarn diese Form des gelungenen und gelingenden Miteinanders nennen. Unsere Volkshochschule ist so ein Ort, an dem diese Kunst aus- und eingeübt wird. Täglich lernen hier mehr als 400 Menschen aus aller
Welt Deutsch. Sie erfahren, auf welchen unveräußerlichen Rechten und Pflichten das Gemeinwesen beruht, und welche Werte uns alle miteinander verbinden. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist nicht nur, aber auch an Bildung gebunden. Einen eindrücklichen Beweis dafür liefert Tim-Thilo Fellmer, der über seinen Werdegang vom „Analphabeten zum Buchautor“ berichtet. Es verwundert nicht, dass diese Karriere mit einem Alphabetisierungskurs an einer Volkshochschule begann. Geschichten wie diese sind in Zeiten wie diesen besonders wichtig. Entgegen dem tagespolitischen Augenschein ist die Integrationsgeschichte hierzulande eine Erfolgsgeschichte. Im Rahmen der Baden-Württembergischen Literaturtage empfängt die VHS einen Schweizer Autoren, der das Thema italienische Arbeitsemigration aus einer ebenso vertrauten wie exotischen Perspektive beschreibt. Solche Geschichten verdienen es, erzählt und gehört zu werden. Vorzugsweise an Orten, die für originäre Perspektiven stehen und in der Medienöffentlichkeit oft zu kurz kommen. Ein solcher Ort par excellence ist natürlich unsere VHS.
Ein inspirierendes „Miteinander“ wünscht Ihnen

Konrad Seigfried – Erster Bürgermeister