Filmgespräch: Cose dell'altro mondo, am 17. Mai

Der Unternehmer Golfetto ist bekennender Rassist. Im Fernsehen hält er eine fulminante Rede. Er fantasiert von einem reinigenden Tsunami, der über das Land hereinbrechen müsse und fordert alle Migranten unter wüsten Beschimpfungen auf, das Land zu verlassen. Am nächsten Tag sind alle verschwunden. Die meisten Arbeiter in seiner Fabrik, seine Hausangestellten, seine Geliebte. Die Migranten fehlen an allen Ecken und Enden. Der Schuldige muss sie finden und zur Rückkehr bewegen. Die Filmgroteske löste wirklich einen Tsunami aus. Der damalige Bürgermeister der Stadt Treviso von der Lega Nord, wie die Partei damals noch hieß, verweigerte die Drehgenehmigung im öffentlichen Raum seiner Stadt. Zahlreiche seiner Parteifreunde erkannten sich wieder und fühlten sich verunglimpft. Das Kulturministerium wurde angegriffen, weil es den Film mit 1,3 Millionen Euro bezuschusst hatte… Es war viel von Ehre und Würde die Rede in diesem Tsunami.

In Kooperation mit: AK Dialog Synagogenplatz, Goethe-Gymnasium Ludwigsburg; Stadt Ludwigsburg, Büro für Integration und Migration