Filmgespräche 2. Semester 2020

Eingebettet in das Schwerpunkthema des Semesters zeigt die vhs in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern ausgewählte Filme mit Bezug zu aktuellen, politischen und gesellschaftskritischen Themen. Fremdsprachige Filme laufen meist in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Filmgespräch beginnt jeweils mit einer kurzen Einführung zur Verortung der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Films. Nach der Filmvorführung folgt eine moderierte Diskussion mit der Möglichkeit, sich über Thema und Handlung des Films auszutauschen.

Filmgespräche "Brückenschläge"

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Italien ganz besondere Filme gedreht. Sie handelten vom Krieg, von der Befreiung des Landes, vom Leiden der einen, von der Schuld der anderen, von der Not aller und von der Notwendigkeit wieder einen gemeinsamen Modus Vivendi zu finden, irgendwie „malgrado tutto“. Die Filme wurden mit bescheidenen Mitteln gedreht. Die Darsteller waren oft Laien. Die Regisseure hatten ihr Handwerk am „Centro Sperimentale“ in Rom erlernt, einer Filmhochschule, die zwar vom faschistischen Regime gegründet wurde, aber bald ein zutiefst menschliches und bisweilen sogar subversives Eigenleben entwickelte. Die italienischen Alltagsfilme hatten Erfolg. Die internationale Kritik überschlug sich geradezu. Rom wurde zum Set Mundi, zum Ort, an dem die Welt Filme drehte. Das eigentliche Kinowunder aber war, dass diese Spitzenfilme riesigen Zulauf fanden. Klasse traf Masse. Eine seltene Konstellation, die fast ein Jahrzehnt andauerte. Ganz offensichtlich erkannten sich die Italiener in diesen Filmen wieder. Zwei schwer vereinbare, durchaus widersprüchliche Prinzipien prägten die neorealistische Ästhetik: die Kunstwerke sollten die Gesellschaft dokumentieren, sie wahrhaftig in Szene setzen und gleichzeitig Partei ergreifen, allerdings auf eine ideologiekritische Art. Im Prolog zu „Germania anno zero“ – „Deutschland im Jahre Null“ drückte Roberto Rossellini diesen doppelten Anspruch folgendermaßen aus:
 
„Dieser Film, der im Sommer 1947 gedreht wurde, will nichts Anderes sein als ein objektives und wahrhaftes Bild dieser riesigen und fast völlig zerstörten Stadt, in der dreieinhalb Millionen Menschen ein schlimmes, verzweifeltes Dasein fristen, fast so als seien sie sich dessen gar nicht wirklich bewusst. Sie leben in der Tragödie, als sei dieses ihr natürliches Lebenselement. Aber das tun sie nicht aus einer Seelenstärke oder Überzeugung heraus, sondern einfach aus Müdigkeit. Hier geht es nicht um eine Anklage gegen das deutsche Volk, und auch nicht um seine Verteidigung, sondern um eine sachliche Bestandsaufnahme der Tatsachen. Sollte jedoch jemand glauben, nachdem er diese Geschichte von Edmund Köhler miterlebt hat, es müsste etwas geschehen, man müsste den deutschen Kindern beibringen, das Leben wieder lieben zu lernen, dann hätte sich die Mühe desjenigen, der diesen Film gemacht hat, mehr als gelohnt.“
 
Mitte der 1960er Jahre, als die neorealistischen Sternstunden Geschichte, wenn auch folgenreiche Geschichte zu sein schienen, tauchten plötzlich wieder Filme auf, die eine unverkennbar neorealistische Handschrift trugen. Zwei davon fanden den Weg in die achte Filmgesprächsreihe der vhs. Italiani brava gente beschäftigt sich mit dem gleichnamigen Mythos, der im Laufe seiner Geschichte in geschichtsrevisionistischer Weise missbraucht wurde. Gedreht wurde er von Giuseppe de Santis, einem der ganz großen neorealistischen Regisseure. La bataille d’Alger – Die Schlacht um Algier ist die künstlerische Ikone der antikolonialistischen Bewegungen im Globalen Süden und Norden. Durchsetzt wurde der frenetische Beifall nach den Aufführungen weltweit mit Rufen wie „Und jetzt Saigon!“ Die Schlacht um Algier wurde zum doppelten Mythos: Der Kolonialismus war militärisch besiegbar, und parallel dazu erodierte die Hegemonie des Globalen Nordens in ethischer und intellektueller Hinsicht.
 
Ähnlich wie in den Hoch-Zeiten des Neorealismus wurden auch in diesen beiden „italienischen Filmen“, wie die neorealistischen Filme anfänglich etikettiert wurden, Brücken zwischen ideologiekritischer Dokumentation und sozialem Engagement geschlagen. In beiden Fällen handelt es sich um Studien. Im Falle der „brava gente“ handelt es sich um eine italienische Mentalitätsgeschichte, die unverkennbar neorealistische Stilelemente mit Genre-Elementen des Melodrams kombiniert. Im zweiten Fall geht es um die Rekonstruktion eines Konflikts und um die Analyse der zu Grunde liegenden Konfliktlogik. Pontecorvo verknüpft dabei bildsprachliche Muster des Neorealismus mit Stilelementen des dokumentarischen Cinéma-Vérité. Ihm gelang damit ein besonders originärer Brückenschlag über die Kluft zwischen Dokumentation und Fiktion. Und ein Brückenschlag zieht weitere nach sich. Die Macht der Bilder und der Worte, die von einem Kunstwerk ausgehen, wirken auf die Gedanken- und Gefühlswelten der Betrachter. Die viel zitierten DokuPics bedienen konsequent beide Sphären der Rezeption, die kognitive und die affektive. Das Genre boomt, wahrscheinlich, weil es den „narrative turn“, die Abkehr von der reinen Dokumentation und die Hinwendung zur dokumentierten Erzählung vollzogen hat.
 
Von Brückenschlägen dieser und vergleichbarer Art handelt die Filmgesprächsreihe in diesem Semester. Die Reihe besteht aus Einzelfilmen, die paarweise rezipiert werden können. Ähnlich wie die beiden „italienischen Filme“ lassen sich auch die afrikanischen Filme aufeinander beziehen. Camp de Thiaroye ist eine Ikone des antikolonialistischen Kampfes. Gedreht hat ihn der senegalesische Pionier des afrikanischen Films, Ousmane Sembène. Der wiederum gilt als scharfer Kritiker des Kolonialsystems und der patriarchalischen Traditionen in Afrika, an die das Kolonialsystem andocken konnte. Folgerichtig ist der zweite afrikanische Filmabend zwei historischen Fällen gewidmet, in denen Brückenbauer subalterne Traditionen entsorgten. Der Imam und der Priester und liberianische Frauen beider Religionen schufen Frieden: Zur Hölle mit dem Teufel!
 
Zwei deutsch-deutsche Filme leisteten originäre Beiträge zur Wiedervereinigung. Die 1988 gedrehte einzige Koproduktion zwischen beiden deutschen Staaten Die Besteigung des Chimborazo mit dem Kult-Pathologen Jan-Karl Liefers in der Rolle des jungen Alexander Humboldt ist in mehrfacher Hinsicht der Vorschein dessen, was sich ein Jahr später ereignen sollte. Und Deutschland, Deutschland ist ein empathischer Essay über die Befindlichkeiten der Menschen diesseits und jenseits der Elbe und über das Zuhören auf Augenhöhe.
 
Libertador ist ein Film über einen großen Mann, der Lateinamerika vereinen wollte. Und es ist ein so genannter „Great Man Film“, der dazu einlädt, über dieses nicht unproblematische Genre zu diskutieren. Der große Mann ist Simon Bolívar, Zeit- und in vieler Hinsicht auch Gesinnungsgenosse von Humboldt. Beide haben Vieles und viel Deutliches über und gegen den Kolonialismus gesagt und geschrieben. Es ist beileibe nicht einfach, das eine oder andere antikolonialistische Zitat dem einen oder dem anderen der beiden Freidenker zuzuordnen. Beide kritisieren kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen im Weltmaßstab. Das tut auch Thomas Piketty 200 Jahre später in seinen Schriften und in dem Film über sein Opus Magnum Das Kapital im 21. Jahrhundert.
 
Um Gruppen, die sich hassen, zwischen denen eine tiefe, vermeintlich unüberbrückbare Kluft klafft, geht es in zwei Literaturverfilmungen, die gegensätzlicher kaum sein könnten: im großen Transición-Film Los santos inocentes, in dem spanische Großgrundbesitzer und Bauern ihre gegenseitigen Abneigungen offen ausleben, und in dem amerikanischen Schul-Film Freedom Writers, in dem eine junge Pädagogin aus verfeindeten Straßengangstern eine verschworene Klassengemeinschaft macht. Der Film ist fast zu schön, um wahr zu sein, und beruht doch auf wahren Begebenheiten. Die pädagogischen Praktiken, die das Wunder von Long Beach ermöglichten, beruhen auf bemerkenswerten Brückenschlägen, die auch im Hier und Jetzt gut funktionieren könnten.
 
>Eine Diskussion über Afghanistan lohnt gleichfalls: dort herrscht seit über 40 Jahren ein Bürger- und Stellvertreterkrieg auf dem Rücken der Zivilbevölkerung. Nach wie vor wird Afghanistan als sicheres Herkunftsland eingestuft, was bedeutet, dass Flüchtlinge in dieses Land abgeschoben werden (können). Der Filmabend rekonstruiert die Geschichte des Landes mit Ausschnitten aus Filmen, die in den letzten 40 Jahren in der Region entstanden sind. Nach einer Machtübernahme der Taliban dürfte die afghanische Kinolandschaft jäh ausgetrocknet werden.

Mi 18.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Fr 20.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Mo 23.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Do 14.01.21
19:00 –22:00 Uhr
Mi 20.01.21
19:00 –22:00 Uhr
Di 26.01.21
19:00 –22:00 Uhr
2021811
Mo 01.02.21
19:00 –22:00 Uhr
 

Eingebettet in das Schwerpunkthema des Semesters zeigt die vhs in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern ausgewählte Filme mit Bezug zu aktuellen, politischen und gesellschaftskritischen Themen. Fremdsprachige Filme laufen meist in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Filmgespräch beginnt jeweils mit einer kurzen Einführung zur Verortung der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Films. Nach der Filmvorführung folgt eine moderierte Diskussion mit der Möglichkeit, sich über Thema und Handlung des Films auszutauschen.

Filmgespräche "Brückenschläge"

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Italien ganz besondere Filme gedreht. Sie handelten vom Krieg, von der Befreiung des Landes, vom Leiden der einen, von der Schuld der anderen, von der Not aller und von der Notwendigkeit wieder einen gemeinsamen Modus Vivendi zu finden, irgendwie „malgrado tutto“. Die Filme wurden mit bescheidenen Mitteln gedreht. Die Darsteller waren oft Laien. Die Regisseure hatten ihr Handwerk am „Centro Sperimentale“ in Rom erlernt, einer Filmhochschule, die zwar vom faschistischen Regime gegründet wurde, aber bald ein zutiefst menschliches und bisweilen sogar subversives Eigenleben entwickelte. Die italienischen Alltagsfilme hatten Erfolg. Die internationale Kritik überschlug sich geradezu. Rom wurde zum Set Mundi, zum Ort, an dem die Welt Filme drehte. Das eigentliche Kinowunder aber war, dass diese Spitzenfilme riesigen Zulauf fanden. Klasse traf Masse. Eine seltene Konstellation, die fast ein Jahrzehnt andauerte. Ganz offensichtlich erkannten sich die Italiener in diesen Filmen wieder. Zwei schwer vereinbare, durchaus widersprüchliche Prinzipien prägten die neorealistische Ästhetik: die Kunstwerke sollten die Gesellschaft dokumentieren, sie wahrhaftig in Szene setzen und gleichzeitig Partei ergreifen, allerdings auf eine ideologiekritische Art. Im Prolog zu „Germania anno zero“ – „Deutschland im Jahre Null“ drückte Roberto Rossellini diesen doppelten Anspruch folgendermaßen aus:
 
„Dieser Film, der im Sommer 1947 gedreht wurde, will nichts Anderes sein als ein objektives und wahrhaftes Bild dieser riesigen und fast völlig zerstörten Stadt, in der dreieinhalb Millionen Menschen ein schlimmes, verzweifeltes Dasein fristen, fast so als seien sie sich dessen gar nicht wirklich bewusst. Sie leben in der Tragödie, als sei dieses ihr natürliches Lebenselement. Aber das tun sie nicht aus einer Seelenstärke oder Überzeugung heraus, sondern einfach aus Müdigkeit. Hier geht es nicht um eine Anklage gegen das deutsche Volk, und auch nicht um seine Verteidigung, sondern um eine sachliche Bestandsaufnahme der Tatsachen. Sollte jedoch jemand glauben, nachdem er diese Geschichte von Edmund Köhler miterlebt hat, es müsste etwas geschehen, man müsste den deutschen Kindern beibringen, das Leben wieder lieben zu lernen, dann hätte sich die Mühe desjenigen, der diesen Film gemacht hat, mehr als gelohnt.“
 
Mitte der 1960er Jahre, als die neorealistischen Sternstunden Geschichte, wenn auch folgenreiche Geschichte zu sein schienen, tauchten plötzlich wieder Filme auf, die eine unverkennbar neorealistische Handschrift trugen. Zwei davon fanden den Weg in die achte Filmgesprächsreihe der vhs. Italiani brava gente beschäftigt sich mit dem gleichnamigen Mythos, der im Laufe seiner Geschichte in geschichtsrevisionistischer Weise missbraucht wurde. Gedreht wurde er von Giuseppe de Santis, einem der ganz großen neorealistischen Regisseure. La bataille d’Alger – Die Schlacht um Algier ist die künstlerische Ikone der antikolonialistischen Bewegungen im Globalen Süden und Norden. Durchsetzt wurde der frenetische Beifall nach den Aufführungen weltweit mit Rufen wie „Und jetzt Saigon!“ Die Schlacht um Algier wurde zum doppelten Mythos: Der Kolonialismus war militärisch besiegbar, und parallel dazu erodierte die Hegemonie des Globalen Nordens in ethischer und intellektueller Hinsicht.
 
Ähnlich wie in den Hoch-Zeiten des Neorealismus wurden auch in diesen beiden „italienischen Filmen“, wie die neorealistischen Filme anfänglich etikettiert wurden, Brücken zwischen ideologiekritischer Dokumentation und sozialem Engagement geschlagen. In beiden Fällen handelt es sich um Studien. Im Falle der „brava gente“ handelt es sich um eine italienische Mentalitätsgeschichte, die unverkennbar neorealistische Stilelemente mit Genre-Elementen des Melodrams kombiniert. Im zweiten Fall geht es um die Rekonstruktion eines Konflikts und um die Analyse der zu Grunde liegenden Konfliktlogik. Pontecorvo verknüpft dabei bildsprachliche Muster des Neorealismus mit Stilelementen des dokumentarischen Cinéma-Vérité. Ihm gelang damit ein besonders originärer Brückenschlag über die Kluft zwischen Dokumentation und Fiktion. Und ein Brückenschlag zieht weitere nach sich. Die Macht der Bilder und der Worte, die von einem Kunstwerk ausgehen, wirken auf die Gedanken- und Gefühlswelten der Betrachter. Die viel zitierten DokuPics bedienen konsequent beide Sphären der Rezeption, die kognitive und die affektive. Das Genre boomt, wahrscheinlich, weil es den „narrative turn“, die Abkehr von der reinen Dokumentation und die Hinwendung zur dokumentierten Erzählung vollzogen hat.
 
Von Brückenschlägen dieser und vergleichbarer Art handelt die Filmgesprächsreihe in diesem Semester. Die Reihe besteht aus Einzelfilmen, die paarweise rezipiert werden können. Ähnlich wie die beiden „italienischen Filme“ lassen sich auch die afrikanischen Filme aufeinander beziehen. Camp de Thiaroye ist eine Ikone des antikolonialistischen Kampfes. Gedreht hat ihn der senegalesische Pionier des afrikanischen Films, Ousmane Sembène. Der wiederum gilt als scharfer Kritiker des Kolonialsystems und der patriarchalischen Traditionen in Afrika, an die das Kolonialsystem andocken konnte. Folgerichtig ist der zweite afrikanische Filmabend zwei historischen Fällen gewidmet, in denen Brückenbauer subalterne Traditionen entsorgten. Der Imam und der Priester und liberianische Frauen beider Religionen schufen Frieden: Zur Hölle mit dem Teufel!
 
Zwei deutsch-deutsche Filme leisteten originäre Beiträge zur Wiedervereinigung. Die 1988 gedrehte einzige Koproduktion zwischen beiden deutschen Staaten Die Besteigung des Chimborazo mit dem Kult-Pathologen Jan-Karl Liefers in der Rolle des jungen Alexander Humboldt ist in mehrfacher Hinsicht der Vorschein dessen, was sich ein Jahr später ereignen sollte. Und Deutschland, Deutschland ist ein empathischer Essay über die Befindlichkeiten der Menschen diesseits und jenseits der Elbe und über das Zuhören auf Augenhöhe.
 
Libertador ist ein Film über einen großen Mann, der Lateinamerika vereinen wollte. Und es ist ein so genannter „Great Man Film“, der dazu einlädt, über dieses nicht unproblematische Genre zu diskutieren. Der große Mann ist Simon Bolívar, Zeit- und in vieler Hinsicht auch Gesinnungsgenosse von Humboldt. Beide haben Vieles und viel Deutliches über und gegen den Kolonialismus gesagt und geschrieben. Es ist beileibe nicht einfach, das eine oder andere antikolonialistische Zitat dem einen oder dem anderen der beiden Freidenker zuzuordnen. Beide kritisieren kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen im Weltmaßstab. Das tut auch Thomas Piketty 200 Jahre später in seinen Schriften und in dem Film über sein Opus Magnum Das Kapital im 21. Jahrhundert.
 
Um Gruppen, die sich hassen, zwischen denen eine tiefe, vermeintlich unüberbrückbare Kluft klafft, geht es in zwei Literaturverfilmungen, die gegensätzlicher kaum sein könnten: im großen Transición-Film Los santos inocentes, in dem spanische Großgrundbesitzer und Bauern ihre gegenseitigen Abneigungen offen ausleben, und in dem amerikanischen Schul-Film Freedom Writers, in dem eine junge Pädagogin aus verfeindeten Straßengangstern eine verschworene Klassengemeinschaft macht. Der Film ist fast zu schön, um wahr zu sein, und beruht doch auf wahren Begebenheiten. Die pädagogischen Praktiken, die das Wunder von Long Beach ermöglichten, beruhen auf bemerkenswerten Brückenschlägen, die auch im Hier und Jetzt gut funktionieren könnten.
 
>Eine Diskussion über Afghanistan lohnt gleichfalls: dort herrscht seit über 40 Jahren ein Bürger- und Stellvertreterkrieg auf dem Rücken der Zivilbevölkerung. Nach wie vor wird Afghanistan als sicheres Herkunftsland eingestuft, was bedeutet, dass Flüchtlinge in dieses Land abgeschoben werden (können). Der Filmabend rekonstruiert die Geschichte des Landes mit Ausschnitten aus Filmen, die in den letzten 40 Jahren in der Region entstanden sind. Nach einer Machtübernahme der Taliban dürfte die afghanische Kinolandschaft jäh ausgetrocknet werden.

Mi 18.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Fr 20.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Mo 23.11.20
19:00 –22:00 Uhr
Do 14.01.21
19:00 –22:00 Uhr
Mi 20.01.21
19:00 –22:00 Uhr
Di 26.01.21
19:00 –22:00 Uhr
2021811
Mo 01.02.21
19:00 –22:00 Uhr