Der Abessinienkrieg – ein vergessenes Schlüsselereignis der Weltkriegsepoche


Mit Italiens Aggression gegen das souveräne Kaiserreich Äthiopien begann in Afrika 1935 der Zweite Weltkrieg. Den Truppen des faschistischen Diktators Benito Mussolini ging es entscheidend darum, für das angeblich übervölkerte Mutterland neuen Lebensraum zu erobern und ein imposantes Großreich zu begründen. In Ostafrika führte die italienische Armee deshalb einen brutalen Eroberungskrieg unter Einsatz der völkerrechtlich geächteten Giftgaswaffe und errichtete nach der Ausrufung des «Impero» im Mai 1936 ein unerbittliches Besatzungsregime, dem in nur wenigen Jahren Hunderttausende von Äthiopiern zum Opfer fielen. Der Vortrag erinnert nicht nur an dieses vergessene Schlüsselereignis der Weltkriegsepoche, sondern geht auch der Frage nach, weshalb dieser Konflikt in der italienischen Erinnerungskultur lange Zeit verdrängt oder beschönigt wurde. Er zeigt auf, dass das weit verbreitete Selbstbild der Italiener als «brava gente» so nicht stimmt.

 

Prof. Dr. Aram Mattioli lehrt Globalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Luzern. Er hat selber zum Thema geforscht und vielbeachtete Publikationen dazu vorgelegt.




1 Abend, 11.06.2021
Freitag, 19:00 - 22:00 Uhr
1 Termin(e)
Prof. Dr. Aram Mattioli
2111012
Kulturzentrum, , Wilhelmstraße 9/1, 71638 Ludwigsburg, kleiner Saal, Hochparterre
Gebühr:
8,00
Abendkasse