Filmgespräch

I Cento Passi - Hundert Schritte


Italien/Frankreich 2000
Regie: Marco Tullio Giordano
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
 
Peppino Impastato betreibt mit seinen Freunden ein Freies Radio in der sizilianischen Provinz. Alle krummen Dinge, wie etwa die Autobahn, die sich in merkwürdigen, aber sehr profitablen Kurven durch das Land windet, werden angeprangert. Vor allem die „Ehrenwerte Gesellschaft“ steht im Fadenkreuz der Kritik. Dabei entstammt Peppino selbst einer Mafia-Familie und kennt die Spielregeln seiner Feinde. Er weiß auch, dass der Weg zum Paten nie weit ist. Meist reichen hundert Schritte, um Hilfestellung in allen Lebenslagen zu erhalten. Den Respekt, den der Pate im Gegenzug einfordert, zollt Peppino nicht.
Die Mafia tötet ihn, und Peppinos Freund hält ein furioses Lamento über eine Kultur, die sich nie ändern wird. In Sizilien herrsche die Mafia, weil die Sizilianer es so wollten, weil sie die Mafia liebten, weil sie die Mafia seien. Am folgenden Tag geschieht Unerhörtes. Ganz offensichtlich entwickelt sich etwas in dem Land, in dem die Mafia jede Entwicklung beherrscht, indem sie sich selbst entwickelt.
Auch die Filme über die Mafia haben sich entwickelt, das gilt für die affirmativen und die kritischen, für die Mafia-Filme und die Anti-Mafiafilme. In einem kurzen Panoptikum unmittelbar vor der Filmvorführung werden diese Ent(-)wicklungen beleuchtet.



1 Abend, 15.04.2021
Donnerstag, 19:00 - 22:00 Uhr
1 Termin(e)
2111803
Kulturzentrum, Wilhelmstraße 9/1, 71638 Ludwigsburg, kleiner Saal, Hochparterre
Kursgebühr:
6,00
(nur Abendkasse)