1919 gründete Walter Gropius in Weimar das Bauhaus, das sich schon bald zur weltweit bedeutendsten Ausbildungsstätte für Design und Architektur entwickeln sollte. Die enge Verbindung von angewandter und freier Kunst stellte das Bauhaus in den Fokus der avantgardistischen Strömungen der Klassischen Moderne. Von Weimar, später Dessau und Berlin aus erhielten sowohl die Bildende als auch die Darstellende Kunst entscheidende Impulse. „Bauhaus-Formen“ wirkten künstlerisch, typografisch, fotografisch und architektonisch tief in die Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen hinein. Mit der Formensprache des Bauhauses verbinden wir in der Rückschau Sachlichkeit, Klarheit, Geradlinigkeit. Umso überraschender mag es deshalb erscheinen, dass das frühe Bauhaus der Weimarer Jahre noch stark von der Kunst des Expressionismus beeinflusst war und erst nach und nach sein charakteristisches Erscheinungsbild entwickelte. Der Vortrag beleuchtet den bedeutendsten deutschen Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts aus unterschiedlichsten Perspektiven.
Markus Golser studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie sowie Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und Mainz.