Im vergangenen Heiligen Jahr stand die Peterskirche häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit als Ziel von Pilger*innen aus aller Welt. Das Gotteshaus im Vatikan ist ein Grab und eine Wallfahrtskirche über der Begräbnisstätte des Apostels Petrus, kein Dom. Wegen der Nähe zum Grab Petri aber wurde der Vatikan zum dauerhaften Sitz der Päpste und Mitte des 15. Jahrhunderts zur wichtigsten Kirche der Christenheit erklärt und funktioniert daher wie ein Dom, also die Hauskirche des Bischofs. Der Bischof von Rom ist der Papst. Die alte Petersbasilika aus der Zeit Konstantins des Großen aus dem 4. Jahrhundert, ihr umstrittener Abriss und der langwierige Neubau, der erst zur Demütigung und schließlich zum Triumph Michelangelos wurde, sind Inhalt des Vortrags.
Prof. Dr. Sabine Poeschel hat Kunstgeschichte, Romanistik und Publizistik studiert und lehrt am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart.