Von der unwirtlichen Verteidigungsanlage zum glanzvollen Höfischen Repräsentationsraum
„Ein feste Burg ist unser Gott.“ – Diese Verse von Martin Luther führen bereits mitten ins Thema: Ursprünglich ein Symbol für größte Macht, aber auch Schutz vor Feinden wurden unzählige Burgen im Mittelalter gebaut. Im Laufe der Jahrhunderte und mit Aufkommen von Geschützen verlor die Burg jedoch ihre Funktion als Verteidigungsanlage und gleichzeitig wurden die vielen Adelsfamilien immer souveräner gegenüber Kaiser und König. So entwickelte sich von Italien ausgehend und in Frankreich zur Blüte gebracht der repräsentative Adelssitz mit prachtvollsten Schlössern sowie einem Hofstaat mit Etikette und Protokoll. Auf diese Weise versuchte man den Adel an die Zentralmacht zu binden und ihn daran zu hindern, aufständisch zu werden. Vor allem aber lebte es sich in solchen Schlössern weit komfortabler als auf zugigen kalten Burgen. Auf einer historischen Reise gehen wir durch die Geschichte der Adelssitze und beleuchten zusätzlich eine besondere Form, nämlich die der unzähligen Lust- und Jagdschlösser.
Wolfgang Oexle ist seit vielen Jahren als Stadt- und Schlossführer in Ludwigsburg tätig.