Teil 1: Staatsphilosoph oder Philosoph der Freiheit? Die Französische Revolution sei „die Morgenröte der Freiheit“. „Der belebende Atem der Philosophie hat alle Atome der bürgerlichen Gesellschaft durchdrungen und das Wissen um die Rechte der Menschen verbreitet.“ Bereits in Tübingen stellte Hegel 1793 die Frage: „Wieviel kann der Staat tun? Wieviel muss jedem Menschen überlassen werden?“ Wie steht Hegel 1821, als Rektor und Professor der preußischen Universität Berlin zur Französischen Revolution? Haben die 1789 und auch später revolutionär denkenden und philosophierenden Tübinger Nachwuchstheologen ihre Auffassungen geändert? Wurde Hegel in Berlin staatstreu? Überprüfen wir selbst anhand einiger Kapitel aus den „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, 1821, was aus der „Morgenröte der Freiheit“ geworden ist, was aus der Begeisterung für einen neuen Staat der Bürger, und was aus dieser schönen Metapher geworden ist. Teil 2: Ein steiler Weg zum Höhepunkt der Hegelschen Logik Im „absoluten Geist“ werden die Trennungen zwischen dem Subjekt (dem Erkennenden) und dem Objekt (dem Erkannten) aufgehoben. Als absoluter, sich lösender Geist erkennt er, dass die Welt letztlich sein eigenes Werk ist. In dieser letzten Reflektionsstufe reflektiert der Geist sich selbst in seinen reinsten Formen: Durch die Kunst, der Erkenntnis des Absoluten in den sinnlichen Formen des Schönen. Durch die Religion, das ist die Erkenntnis des Absoluten in Form von Bildern, Vorstellungen und der innersten Gewissheit des Glaubens. Während die griechische Religion eine Kunstreligion war, entdeckt Hegel im Christentum die „absolute Religion“. In Hegels System ist die Logik nicht religionsfeindlich, sondern die Rechtfertigung der Religion auf der Ebene des reinen Denkens. Das bedeutet, dass Philosophie, abschließend und schlüssig, die vorausgehenden Stufen beurteilt. Die höchste Stufe, auf der das Absolute rein durch den Begriff und das reine Denken begriffen wird. Dr. Reinhard Nowak studierte Philosophie, Germanistik, Anglistik und Linguistik.